Kleine Anmerkung vorweg: Dieser Blogeitrag sollte letztes Jahr schon oline sein, was aber offensichtlich dank technischer Probleme nicht geschehen ist. Jetzt viel spaß beim lesen.
Moin mal wieder,
wie versprochen gibt es noch ein letztes Mal dieses Jahr einen Blogeintrag. Es ist mal wieder ziemlich viel passiert. Dank der Wahlen in Namibia wurden die Prüfungen in den Schulen sehr früh geschrieben, sodass wir nicht mehr wie gewohnt die 4. Bis 7. Klassen unterrichten konnten. Stattdessen stiegen wir auf die „Lower Primary“ um, also Klasse 1-3. Für mich persönlich durfte ich feststellen, dass ich mit den höheren Klassen deutlich besser auskomme. Nichtsdestotrotz war es mal eine interessante Erfahrung und schon beeindruckend wie gut der Großteil der kleinen Kinder schon Englisch sprechen konnten. Zusätzlich gab es in der Zwischenzeit schon das erste Zwischenseminar für alle Namibia Freiwillige mit den „Betreuern“ in Windhoek. Hier gab es mal wieder ziemlich viel Input und neue Spiele, jedoch durfte ich den Rest leider krankheitsbedingt im Bett verbringen.
Ziemlich schnell kamen dann auch schon die Ferien und damit die Ferienprojekte. Bei mir bestand es anfangs nur aus Training mit den Ruderern und mal wieder Reparaturen. Dann kam bereits eines meiner ersten sportlichen Highlights an der Küste in Swakopmund: Mein erster richtiger Triathlon. Ganze 19 von 21 Freiwilligen nahmen im Einzel oder Team teil. Über die Sprintdistanz von ca. 400m Schwimmen, 20km Fahrrad und 3km Laufen sollte es für mich am und im Ozean entlanggehen. Jedoch fing der Tag alles andere als gut an. Auf dem Weg zur Startzone riss die Kette und natürlich lag das Werkzeug zum Reparieren zuhause in Rehoboth. Nach einigem erfolglosen Fragen fand ich irgendwann glücklicherweise den Inhaber eines bekannten Fahrradladens in Windhoek der das ganze zumindest für die Dauer des Triathlons beheben konnte. Gelohnt hat sich das Ganze dann auch noch und es reichte für einen zweiten Platz. An dieser Stelle möchte ich aber noch erwähnen, dass ich in der Platzierung noch von Katha überboten wurde, da sie es schaffte im Sprint in der Kategorie der Frauen den ersten Platz zu erringen. Ein kleines Opfer forderte der Triathlon jedoch leider noch: Meine Sportuhr fiel leider dem Wasser zum Opfer und zeigt nur noch kleine Streifen. Mit Blick auf die nächste Woche hder Zeitpunkt nicht ungünstiger sein können.

Denn in der folgenden Woche stand das bisher längste Rennen an, an dem ich jemals teilgenommen hatte: Der Desert Dash. Ein 373km langes Rennen von Windhoek nach Swakopmund. Und wenn das noch zu einfach klingt sollte man einen Blick auf die Zeitbegrenzung von 24 Stunden werfen, in denen man die ganze Strecke schaffen muss. Das Rennen teilt sich in sechs Stages. Da ich das Ganze in einem 2er Team mit einem Partner machte, fuhr ich nicht die gesamte Distanz, sondern „nur“ ca. 220km, jedoch mit über 2000 Höhenmetern. Stage 1 fuhren wir zusammen, 2 und 3 fuhr ich, 4 und 5 mein Partner und die letzte wieder zusammen. Es war mit Abstand das physisch und besonders mental mit Abstand Anstrengendste was ich jemals getan habe aber ich bin echt froh teilgenommen und es geschafft zu haben.



Zurück in Rehoboth ging das bereits gestartete „Riesencamp“ weiter. Ein Camp für Ruderer und Kanupolospieler, das mit Unterstützung von einigen anderen ASClern am Damm stattfand. Es gab eine Vielzahl an Aktivitäten. Neben Rudern und Kanu natürlich gab es auch Wasserskifahren und ein Floßrennen. In der folgenden Woche wollte ich mich an einem selbst geplanten Ferienrudern für einige Kinder meiner Schule versuchen. In der letzten Schulwoche hatte ich hierfür Zettel ausgeteilt und wieder eingesammelt und zwei Gruppen á sechs Kinder für eine Woche geplant. Mir war schon klar, dass vermutlich nicht alle Kinder erscheinen würden, jedoch das Ergebnis hatte ich nicht erwartet. Statt der insgesamt 12 Kinder kamen nicht die Hälfte, auch kein Viertel, sondern kein einziges Kind. Das ist eins der Sachen die mich bisher am meisten stört. Die teils stark ausgeprägte Unzuverlässigkeit, sodass ein vernünftiges Planen fast nicht möglich ist.
Nach dieser Enttäuschung stieg ich stattdessen auf normales Rudertraining um. Kurz darauf feierten wir mit der Gruppe für den anstehenden Roadtrip Weihnachten am Damm. Richtiges Weihnachtsfeeling kam trotz Weihnachtsmusik bei über 25°C abends nicht wirklich auf. (An dieser Stelle noch einmal Frohe Weihnachten an alle die das hier lesen)
Im Anschluss kam dann der Roadtrip nach Kapstadt auf dem ich mich gerade befinde. Das steht dann aber im ersten Bericht nächstes Jahr. Bis dahin.
Guten Rutsch und bis nächstes Jahr.
